Filmbericht
Eingetragen: 18.06.2009, 21:16 Uhr
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Dogville
Filmhandlung:
Filmbericht:
Die wichtigste Information vorweg: Dogville ist kein Film für nebenbei, sondern setzt aufgrund seiner Dauer und Inszenierungsart ein gewisses Maß an Konzentration voraus. Von Trier bietet uns hier ein Meisterstück der Filmvielfalt. Dogville ist intern und extern an die hohe Kunst des Theaters angelehnt. So werden Filmblenden benutzt, um das Geschehen in einzelne Kapitel zu teilen, und das Setting erinnert an ein Spielbrett, auf dem agiert wird. Türen, Sträucher oder Mauern sind dabei lediglich durch Kreidestriche gekennzeichnet. Der bewusste Einsatz von minimalistischen Requisiten ermöglicht den schonungslosen Fokus auf die Handlung, der beispielsweise die Mißbrauchsszenen umso beklemmender wirken lässt. Des Weiteren kündigen stilistisch z.B. explizite Lichtwechsel, die Handlungsumbrüche an.
Symbolisch wird immer wieder Bezug zum Namen Dogville genommen, so ist es ein Hund, der Grace's Erscheinen ankündigt, ein Hund, der als einziger zurückbleibt, und nicht zuletzt symbolisiert der Name die schleichenden Grenzen zwischen Mensch und Tier. De Sade mag Unrecht haben, wenn er meint, der Mensch sei ein schönes böses Tier, werden wir hier mit allen Facetten menschlicher Verdorbenheit konfrontiert. Dabei könnte man der Kidman vorwerfen, sie allein würde filmisch dominieren. Dieser Einwand bleibt jedoch ungerechtfertigt, vollzieht sich der moralische Zerfall eines jeden Bürgers der Dorfgemeinschaft gleichermaßen hinsichtlich Zeit und Intensität. Zermürbend bleibt dabei die Frage, warum Grace alledem demütig gegenübersteht, und die Antwort erhält man erst im Schlussdialog, der zur einzig akzeptablen Konsequenz führt. Dogville mahnt uns, zwischen Vergebung und Selbstachtung, zwischen Unschuld und Schuld wohl zu unterscheiden.
Kidman hat sich mit dieser Rolle einfach in mein Herz gespielt und verkörpert aufgrund ihres Typs die Figur einer starken Frau in dem angehauchten 30er Jahre-Flair ideal.
Zum Regisseur: von Trier war mir bis dahin völlig unbekannt, umso mehr freu ich mich auf seinen neuen Film "Antichrist".
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Dogville
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Die abgeschiedene Kleinstadt Dogville erhält nachts Besuch. Die junge, anmutige Grace (Nicole Kidman) ist auf der Flucht und scheint mit Gangstern in Verbindung zu stehen. Da die Stadt nur schwer erreichbar ist, bietet sie sich als Versteck an, un...
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Die wichtigste Information vorweg: Dogville ist kein Film für nebenbei, sondern setzt aufgrund seiner Dauer und Inszenierungsart ein gewisses Maß an Konzentration voraus. Von Trier bietet uns hier ein Meisterstück der Filmvielfalt. Dogville ist intern und extern an die hohe Kunst des Theaters angelehnt. So werden Filmblenden benutzt, um das Geschehen in einzelne Kapitel zu teilen, und das Setting erinnert an ein Spielbrett, auf dem agiert wird. Türen, Sträucher oder Mauern sind dabei lediglich durch Kreidestriche gekennzeichnet. Der bewusste Einsatz von minimalistischen Requisiten ermöglicht den schonungslosen Fokus auf die Handlung, der beispielsweise die Mißbrauchsszenen umso beklemmender wirken lässt. Des Weiteren kündigen stilistisch z.B. explizite Lichtwechsel, die Handlungsumbrüche an.
Symbolisch wird immer wieder Bezug zum Namen Dogville genommen, so ist es ein Hund, der Grace's Erscheinen ankündigt, ein Hund, der als einziger zurückbleibt, und nicht zuletzt symbolisiert der Name die schleichenden Grenzen zwischen Mensch und Tier. De Sade mag Unrecht haben, wenn er meint, der Mensch sei ein schönes böses Tier, werden wir hier mit allen Facetten menschlicher Verdorbenheit konfrontiert. Dabei könnte man der Kidman vorwerfen, sie allein würde filmisch dominieren. Dieser Einwand bleibt jedoch ungerechtfertigt, vollzieht sich der moralische Zerfall eines jeden Bürgers der Dorfgemeinschaft gleichermaßen hinsichtlich Zeit und Intensität. Zermürbend bleibt dabei die Frage, warum Grace alledem demütig gegenübersteht, und die Antwort erhält man erst im Schlussdialog, der zur einzig akzeptablen Konsequenz führt. Dogville mahnt uns, zwischen Vergebung und Selbstachtung, zwischen Unschuld und Schuld wohl zu unterscheiden.
Kidman hat sich mit dieser Rolle einfach in mein Herz gespielt und verkörpert aufgrund ihres Typs die Figur einer starken Frau in dem angehauchten 30er Jahre-Flair ideal.
Zum Regisseur: von Trier war mir bis dahin völlig unbekannt, umso mehr freu ich mich auf seinen neuen Film "Antichrist".
| Pro: -sehr anspruchsvolle Thematik -brilliant inszeniert |
Kontra: -Spiellänge von drei Stunden |
Filmwertung des/r Autoren/in:![]() (Bewertungssystem ansehen) |
Darsteller: |
Produktionsdaten: Erschienen: 2003 Kategorie: Drama FSK: 12 Jahre |
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